Am
Samstag, den 02.07.2005 wurde für die Freiwillige Feuerwehr
Bramberg ein Albtraum Wirklichkeit. Um 11.58 Uhr Mittag (genau
zur Zeit der samstäglichen Sirenenprobe) erfolgte die Alarmierung
„Zugentgleisung in Bramberg...“ durch die LAWZ Salzburg.
Während der Fahrt zum Feuerwehrhaus wurde OFK Hofer von der
LAWZ Salzburg telefonisch benachrichtigt, dass es sich um einen
Einsatz handelt und nicht nur um die wöchentliche Sirenenprobe.
Mit der Meldung wurde auch gleichzeitig die FF-Neukirchen mitalarmiert,
da diese ebenfalls über eine Bergeschere verfügt. Der
Mannschaft der ersten Fahrzeuge (RLF-Bramberg und KLF-Bramberg)
bot sich ein Bild des Schreckens. Hier war sofort klar, es handelt
sich um eine Katastrophe größeren Ausmaßes. OFK
Andreas Hofer ließ daraufhin umgehend die Nachbarfeuerwehr
von Mittersill mit mehreren Bergescheren alarmieren. Weiters veranlasste
er, sämtliche Waggons und die betroffene Gleisstrecke nach
Verletzten abzusuchen. AFK Franz Fritzenwanger ließ nach
seinem Eintreffen um 12.20 Uhr die FF Uttendorf nachalarmieren.
BFK Vorreiter alarmierte später noch die Feuerwehren von
Wald und Krimml, um das Gelände abzusperren und die Schaulustigen
abzuwehren. Auch von Rettung und Polizei wurde Großalarm
ausgelöst.
OFK-Stv.
Stefan Hofer führte mit einem Notarzt sofort eine erste Besichtigung
der Lage durch um die Schwerstverletzten auszumachen und deren
sofortige Bergung zu veranlassen.
Um
den Zugang zur Unfallstelle zu ermöglichen mussten zuerst
Schneisen in den Bewuchs des Bahndammes geschnitten werden. OFK
Andreas Hofer ließ auch sofort einen doppelten Brandschutz
mit 2 HD-Angriffen und Pulverlöschern aufbauen, da aus beiden
Lokomotiven Diesel- und Schmieröl austrat.
BFK Georg Vorreiter war um 12.10 Uhr an der Unfallstelle und übernahm
ab 13.00 Uhr die Einsatzleitung der Feuerwehr.
LFK Anton Brandauer traf um 14.18 Uhr am Einsatzort ein und erkundigte
sich nach Lage. Auch LFK-Stv. Unterkofler war am Einsatzort.
Die
Passagiere des Zuges aus Richtung Bramberg konnten trotz ihrer
Verletzungen zum Großteil selbst die Waggons verlassen.
Beim Zug aus Richtung Mühlbach war die Lage wesentlich dramatischer.
Hier schoben sich die Waggons teilweise ineinander, was die Bergung
extrem schwierig machte. Die Verletzten mussten daher erst mittels
Bergeschere und Spreizer befreit werden. Auch Trennschleifer und
zwei elektrische Säbelsägen kamen zum Einsatz. Die Bergung
der Personen erfolgte danach über Steckleitern durch die
Wagenfenster bzw. die hergestellten Öffnungen und wurde gemeinsam
von den Feuerwehren Bramberg und Neukirchen durchgeführt.
Die
Bergung des Lokführers der von Bramberg kommenden Zuggarnitur
gestaltete sich ebenfalls äußerst kompliziert. Diese
Bergung übernahmen die Kameraden aus Mittersill.
Beide
Loks waren frontal ineinander gekracht und demzufolge waren die
Führerkabinen total zusammengeschoben und gequetscht. Aus
diesem Grund konnte auch die genaue Lage des verletzten Lokführers
nur schwer ermittelt werden. Der Lokführer war nicht zu sehen,
da die Fahrerkabine komplett zerstört wurde – auch
die Fensteröffnungen waren nicht mehr vorhanden. Der Schwerverletzte
war zwischen Vorderfront der Fahrerkabine und der hinteren Trennwand
eingeklemmt und hatte nur mehr wenige Zentimeter Platz. Er konnte
sich jedoch durch Klopfzeichen bemerkbar machen und so war es
möglich, seine Position zu ermitteln.
Aufgrund der massiven Ausführung der Loks war der Einsatz
der Bergeschere nur bedingt möglich und es musste auch mit
Trennschleifern gearbeitet werden.
Nach langen 2 ½ Stunden konnte um 14.30 Uhr der Lokführer
endlich aus dem Wrack befreit und den Rettungsmannschaften übergeben
werden. Während der gesamten Bergung war ein Notarzt vor
Ort und überwachte die Lage.
Für
einen Fahrgast aus Niederösterreich kam jede Hilfe zu spät
– auch dem Lokführer des Zuges aus Richtung Mühlbach
konnte leider nicht mehr geholfen werden. Er war auf der Stelle
tot und wurde dies schon bei der ersten Lagebesichtung durch einen
anwesenden Notarzt bestätigt. Somit wurde die Bergung des
toten Lokführers erst nach dem Abtransport der Verletzten
und der erfolgten Freigabe durch die Staatsanwaltschaft durchgeführt.
Auch in diesem Fall hatte es die Bergemannschaft äußerst
schwer, sich Zugang zur Fahrerkabine zu verschaffen.
Ein
großes Lob soll hier auch den Rettungskräften, den
anwesenden Notärzten und Sanitätern, ausgesprochen werden.
Der Einsatz funktionierte perfekt. Kurz nach Eintreffen der ersten
Rettungsmannschaften kamen schon die ersten Hubschrauber. Die
Schwerverletzten wurden nach Soforthilfemaßnahmen in den
Rettungszelten in die Krankenhäuser von Salzburg und Innsbruck
geflogen. Auch in die Krankenhäuser Mittersill und Zell am
See wurden zahlreiche Personen eingeliefert.
Zusammen
mit der FF-Bramberg, waren insgesamt 6 Feuerwehren im Einsatz
(Neukirchen, Mittersill, Wald, Krimml, Uttendorf) mit 205 Mann
(inkl. Feuerwehrstab) im Einsatz, es wurden von 12.00 –
18.00 Uhr 928 Mannstunden geleistet.
LH
Gabi Burgstaller, LR Doraja Eberle, Bezirkshauptfrau Rosemarie
Drexler, Bürgermeister Walter Freiberger und Vzbgm. Günter
Steiner waren an der Unfallstelle anwesend und organisierten die
Information an die Presse bzw. koordinierten die Arbeiten im Hintergrund.
Ein
zusätzliches Problem für die Hilfskräfte stellten
die vielen Schaulustigen dar, die auch teilweise von der Polizei
nur schwer von der Unfallstelle entfernt werden konnten. Eine
Verbesserung der Lage trat erst ein, als BFK Vorreiter die Feuerwehren
von Wald und Krimml nachalarmieren ließ und diese die Absperrung
übernahmen.
Der
Haupteinsatz war für die FF-Bramberg um 18.00 Uhr beendet.
Von
20.30 – 05.00 Uhr früh des folgenden Sonntages waren
noch 5 Kameraden und das RLF im Einsatz. Auf Anordnung des Katastrophenreferates
der BH Zell am See wurde die Bergung der beiden Züge in der
Nacht durchgeführt. Dabei führte die FF-Bramberg div.
Hilfestellungen durch (Beleuchtung, Versorgung des Ölaustrittes,...).
Dieser Einsatz wird die Kameraden der Bramberger Feuerwehr und
auch der beteiligten Nachbarfeuerwehren sicher noch einige Zeit
beschäftigen. Die FF-Bramberg möchte sich auf diesem
Wege ganz herzlich bei allen beteiligten Feuerwehrleuten, Einsatzkräften
und Helfern bedanken. Die Zusammenarbeit war vorbildlich und sucht
ihresgleichen!
Noch
ein Detail am Rande: Die FF-Bramberg hat erst kürzlich eine
Bergeschere und einen Spreizer angekauft. Am Donnerstag, den 30.
Juni (also 2 Tage vor dem Unglück) erfolgte erst die Einschulung
mit Herrn Hochdaninger von der Firma Rosenbauer. Dass das Gerät
so schnell auf eine derart harte Bewährungsprobe gestellt
wird, hat zu diesem Zeitpunkt wohl keiner geahnt.
Einsatzdaten
| FF-Bramberg |
Haupteinsatz von
11:58 – 18:00 Uhr
46 Mann
RLF-A Bramberg
TLF Bramberg
KLF Bramberg
SCHLAUCH Bramberg (Unimog)
Hilfeleistung (Sekundärmaßnahmen)
von 21:30 – 05:00 Uhr
5 Mann
RLF-A Bramberg
|
| FF-Neukirchen |
Einsatz von 11:58 –
17.00 Uhr
42 Mann
RLF Neukirchen
TLF Neukirchen
RÜST Neukirchen
KLF Neukirchen
|
| FF-Mittersill |
Einsatz von 12:05 – 17.00 Uhr
48 Mann
KOMMANDO Mittersill
ÖL-RÜST Mittersill
RLF-2000 Mittersill
TLF-4000 Mittersill
LAST Mittersill
MTF Mittersill
|
| FF-Wald |
Einsatz von 13:05 –
16.30 Uhr
22 Mann
TLF-2000 Wald
PUMPE 1 Wald
|
| FF-Krimml |
Einsatz von 13:00 –
16.00 Uhr
12 Mann
MTF Wald
RLF Wald
|
| FF-Uttendorf |
Einsatz von 12:50 –
16.30 Uhr
24 Mann
VORAUS Uttendorf
RLF-2000 Uttendorf
MTF Uttendorf
|
| Kommando |
LFK Brandauer mit Fahrer
LFK-Stv. Unterkofler
BFK Vorreiter
AFK3 Fritzenwanger
AFK4 Portenkirchner
|
Berichte
von www.orf.at
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